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Frage 1: Wenn ich schon mehrere Jahre Berufserfahrung habe, muß ich dann noch mein Abizeugnis beilegen?
Zur Vollständigkeit der Unterlagen gehört auch nach mehreren Jahren Berufserfahrung das Schulabschlußzeugnis dazu. Der Wert dieses Zeugnisses wird im Vergleich zur erlangten Berufserfahrung allerdings in den Hintergrund gestellt. Ein erfahrener Projektleiter wird sicherlich aufgrund eines "schlechten" Abiturzeugnisses keine Absage erhalten, wenn alle anderen Qualifikationen den Anforderungen entsprechen.
Frage 2: Wenn sich ein Unternehmen auf meine Bewerbung nicht gemeldet hat, wann darf ich anrufen, um den aktuellen Status nachzufragen?
Es ist durchaus üblich, 10-14 Tage nach Abgabe einer Bewerbung oder schon Erhalt einer Eingangsbestätigung nach "dem Stand der Dinge" zu fragen. Schließlich sind Sie in der aktuellen Suchphase und haben durchaus ein "Recht" auf zügige Bearbeitung Ihrer Unterlagen. Mehr und mehr Unternehmen sehen gerade in der schnellen Bearbeitung von Bewerbungen einen wichtigen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen, "langsameren" Unternehmen.
Frage 3: Muß ich als Hochschulabsolvent in meiner Bewerbung meine Gehaltsvorstellungen angeben?
Gehaltsvorstellungen sind im Anschreiben nur dann erwünscht, wenn es ausdrücklich in der Anzeige erwähnt wird. Einstiegsgehälter sind v.a. für Hochschulabsolventen zumeist in feste Tarife eingebunden, wobei für besondere Zusatzqualifikationen in Einzelfällen auch Zuschläge auf das Grundgehalt bezahlt werden. Wird in der Anzeige eine Angabe zu den Gehaltsvorstellungen gewünscht, hat dies zum Ziel, gleich zu Beginn des Bewerbungsprozesses abschätzen zu können, ob Ihre Vorstellungen in den Tarifrahmen passen.
Frage 4: Mit welchen Zielsetzungen führen Unternehmen Assessment Center durch?
Assessment Center (AC) werden entweder für die Personalauswahl oder für die Personalentwicklung durchgeführt. Bei der Auswahl - in den meisten Fällen bei der Auswahl von Hochschulabsolventen - stehen Beobachtung und Einschätzung des kurz- und mittelfristigen Potentials im Vordergrund. Durch Tests und Beobachtungen in jobtypischen Situationen (Gruppendiskussion, Präsentation, Mitarbeitergespräch etc.) können die Beobachter einen fundierten Eindruck über Leistungsfähigkeit und soziale Kompetenz erlangen. Der finanzielle Aufwand für Unternehmen ist im Vergleich zu einzelnen Interviews wesentlich geringer. Wird ein AC im Rahmen der individuellen Personalentwicklung eingesetzt, so zielt es auf die Beobachtung und Einschätzung des Potentials von Mitarbeitern für "höhere" Projekt- oder Führungsaufgaben.
Frage 5: Kann man nicht die typischen Tests und das Verhalten auf einem Assessment Center trainieren?
Nein. Die genutzten Testverfahren und Übungen variieren je nach Unternehmen sehr stark und ein Auswendiglernen typischer Tests kann Ihnen in diesem Bereich zwar Pluspunkte bringen, aber entscheidend ist der Gesamteindruck vom Bewerber. Und der entsteht zum großen Teil durch die Beobachtung in konkreten Arbeitssituationen: Postkorb, Gruppendiskussion und -übungen, Rollenspiel oder Präsentation. Gerade durch diese Übungen lassen sich Rückschlüsse auf das Persönlichkeitsprofil ziehen. So können z.B. Kommunikationsfähigkeit, Durchsetzungsvermögen, Entscheidungsfreudigkeit, soziales Verhalten, Konfliktverhalten u.a. in den verschiedensten Ausprägungen beobachtet und beurteilt werden.
Frage 6: Wie soll die Bewerbungsmappe aussehen? Und hat diese Mappe Einfluß auf die Entscheidung des Personalers?
Es sollte keine Loseblattsammlung sein, und Sie sollten nicht jedes Blatt in eine einzelne Folie "verpacken". Stellen Sie die Unterlagen sauber und ordentlich zusammen und verwenden Sie gute Kopien. So machen Sie einen professionellen Eindruck. Ob einfacher Klemmhefter oder spezielle Bewerbermappe, ist Ihre Entscheidung. Entscheidend für den Erfolg der Bewerbung wird immer der Inhalt sein. Der Personaler wird sicherlich übersichtliche und einfach verwendbare Unterlagen positiv bewerten. Wie bei allen Aspekten der Bewerbung - auch die schriftlichen Unterlagen sind ein Mosaikstein für den gesamten Erfolg.
Frage 7: Was schauen sich Personalentscheider bei Bewerbungen zuerst an: Bild, Lebenslauf, Anschreiben, Zeugnisse?
Dazu läßt sich sicherlich keine generelle Antwort geben. Jeder Personalentscheider pflegt seinen individuellen Stil. Der oder die eine verschafft sich einen Überblick im Lebenslauf und klärt danach, ob sich diese Person auch entsprechend darstellen kann. Anderen ist das Anschreiben als erster Eindruck wichtiger. Beides muß stimmen, Inhalte und Schwerpunkte sollten aufeinander abgestimmt sein. Und mit dem Bild geben Sie Ihren Unterlagen ein "Gesicht" und damit Leben.
Frage 8: Ist es sinnvoll, Bewerbungsunterlagen auch an ausgewählte Personalberatungen weiterzuleiten?
Das hängt von Ihrer persönlichen Suchstrategie ab. Interessieren Sie sich aktuell oder später für eine Position in einer bestimmten Branche oder bei einem bestimmten Kunden, und Sie wissen, welche Personalberatungen sich auf Branchen oder Kunden spezialisiert haben, dann lohnt sich eine Initiativbewerbung auf jeden Fall. Wichtig im Fall einer Initiativbewerbung - und bei allen anderen Bewerbungen auch - Sie müssen Ihre konkreten Vorstellungen und Zielsetzungen einer möglichen Tätigkeit beschreiben und begründen können. Ihre Bewerbung muss "zeitlos" sein, schließlich kann es Ihnen passieren, dass die Personalberatung erst in späterer Zeit eine Position besetzen muss, auf die Sie passen.
Frage 9: Welche Vorgehensweise ist bei einer Bewerbung per e-mail zu beachten?
Im Gegensatz zu den USA ist in Deutschland der Umgang mit dem Internet und v.a. mit Bewerbungen per e-mail noch nicht so weit verbreitet. Wenn in Stellenanzeigen (Print und/oder Internet) die Möglichkeit zur Bewerbung per e-mail gegeben wird, nutzen Sie die Chance. Achten Sie aber darauf, dass Dokumente im Anhang leicht geöffnet werden können, dass bei Verweis auf Ihre persönliche Homepage dort auch wertvolle Informationen zu finden sind (und nicht die letzten Urlaubsfotos!) und dass Sie Stellenbezeichnung und Fundstelle der Anzeige erwähnen.
Detaillierte Anleitung für eine Online-Bewerbung findest Du hier...

Frage 10: Warum schalten Unternehmen Personalberatungen zur Stellenbesetzung ein?

Unternehmen nutzen eine Vielzahl von Instrumenten zur Stellenbesetzung. Manche Unternehmen möchten nicht genannt werden, andere haben nicht genügend Kapazität, um eine voraussehbare Flut von Bewerbungen zu bearbeiten. Darüber hinaus werden Personalberatungen zur "Direktsuche" (potentielle Kandidaten werden direkt angesprochen) eingeschaltet, wenn die klassische Suche über Anzeigen bisher erfolglos war oder nicht gewünscht wird.

Dieser Fragenkatalog wurde uns freundlicherweise von Strametz & Partner zur Verfügung gestellt