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Warum ist eine Lücke überhaupt der Rede wert?
Stellen Sie sich vor: Sie haben eine Stelle zu besetzen. Sie bekommen zig Bewerbungsmappen auf den Tisch. Aufgrund der schriftlichen Unterlagen müssen Sie eine Vorauswahl treffen – und irgendwie abschätzen, welche der Bewerber

  • am ehesten für die Position qualifiziert zu sein scheinen (fachlich und persönlich)
  • zu Ihnen passen

Sie können nicht jeden einzelnen Bewerber zum persönlichen Gespräch einladen, sondern müssen sich auf einige wenige beschränken. Also werden Sie sich anhand der schriftlichen Unterlagen ein möglichst gutes Bild verschaffen wollen, um die richtige Vorauswahl zu treffen.

Papier wird einer Person zwar nie voll gerecht, sagt aber eine Menge aus. Der Zustand und der Inhalt Ihrer Bewerbung sind Ihre Visitenkarte, Ihr erster Eindruck, Ihre Chance, sich zu präsentieren.

Einen Gesamtüberblick über den beruflichen Werdegang des Bewerbers bekommen Sie, wie gesagt, im Lebenslauf. Und dort möchten Sie auch auf den ersten Blick sehen, welchen Berufsweg der Kandidat hinter sich hat.

Eine Lücke zu haben ist also nicht weiter schlimm. Sofern Sie dazu stehen und eine Erklärung dafür geben können. Keine Sorge: Sie werden nicht gleich verurteilt, nur weil Sie zwischen zwei Positionen ein halbes Jahr durch die USA gereist sind. Im Gegenteil: Damit beweisen Sie ja Initiative, Interesse am Ausland, haben Ihr Englisch aufpoliert, und und und.

Aber wenn Sie ein „Loch" haben, das für den Personaler unerklärlich ist, dann ist das nicht gerade der Hit. Denn Sie könnten genauso gut für diese sechs Monate wegen Betruges hinter Gittern gesessen haben (mal etwas überspitzt ausgedrückt).

Was mache ich, wenn ich mehrere Monate arbeitslos war?
Offen mitteilen. Erzählen Sie gleich mehr dazu. Wie haben Sie die Zeit denn ausgefüllt, in der Sie keine Arbeit hatten? Haben Sie sich beim Arbeitsamt um eine Fortbildung bemüht und diese nicht bekommen? Sagen Sie es! Haben Sie die unfreiwillige Freizeit in irgendeiner Form positiv genutzt?

Bitte denken Sie daran: die Wahrheit sagen!

Allerdings kommt es auf Ihre Wahrheit an. Ich kenne Leute, die waren mit Absicht einige Monate arbeitslos, weil sie erstmal Pause machen wollten – und von ihrem Arbeitslosengeld leben. Das natürlich bitte nicht sagen. Hier überschreiten wir die Grenze zur bedingungslosen Wahrheit und zur Ungeschicktheit.

Sie haben also sechs Monate lang keine Anstellung gefunden? Schildern Sie die Situation, machen Sie sie greifbar.

Statt nur zu sagen: „Da war ich arbeitslos.", können Sie erklären:

„Ich habe bei der Firma xyz damals gekündigt, weil ich mich anders orientieren wollte. Damals dachte ich, daß es für mich leichter wäre, in die xy-Branche einzusteigen. Leider stellte sich heraus, daß es in Hamburg damals kaum offene Stellen in diesem Bereich gab. Nachdem ich zwei Dutzend Absagen bekommen hatte, war ich ziemlich frustriert. Dann habe ich mich beim Arbeitsamt erkundigt, wie ich meine Chancen, in diesen Bereich einzusteigen, verbessern könnte. Ich habe dann eine Fortbildung zu xyz gemacht und - damit ausgerüstet - eine Stelle als ... bekommen."

Dieser Text ist nur ein Beispiel. Sie sehen, daß durch die Erklärung für Ihr Gegenüber Ihre damalige Situation plastisch wird. An der Lücke ist – wie gesagt – nichts Schlimmes. Sie zeigen, daß Sie sich damals aktiv mit Ihrer Situation auseinandergesetzt haben.

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