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Vom Umgang mit Worthülsen in Stellenanzeigen
Die Stellenanzeigen sind voll davon: Worthülsen, wie teamfähig, kommunikativ,
eigenverantwortlich, belastbar überschwemmen die Stellenmärkte. Und
dummerweise gleichen sich dadurch die Anzeigen mehr und mehr an. Für
Unternehmen bedeutet das, dass sie immer seltener Bewerbungen bekommen
insbesondere gute Kandidaten fühlen sich durch den Einheitsbrei
nicht angesprochen. Und Sie als Bewerber wissen immer seltener, wie
es bei dem Unternehmen eigentlich zugeht und was die Stelle
wirklich mit sich bringt.
Weg von reinen Floskeln
Die meisten Bewerber steigen auf die nichtssagenden Begriffe ein
und antworten ebenso nichtssagend. Sowohl schriftlich, als
auch mündlich kommen Wortwechsel zustande, die einer gewissen Komik
nicht entbehren:
Wir suchen belastbare, kommunikative Mitarbeiter mit ausgeprägtem
Sinn für Service" steht in der Anzeige. Und der Bewerber schreibt:
Ich bin belastbar und kommunikativ. Und habe einen ausgeprägten
Sinn für Service."
Nüchtern betrachtet ist es so für beide Seiten kaum möglich, den
richtigen Partner zu finden.
Tun Sie dem Unternehmen, bei dem Sie sich bewerben, und sich selbst
einen großen Gefallen: Erklären Sie sich bereits im Anschreiben. Sie
sind also wirklich belastbar? Mag sein. Aber woher wissen Sie, dass
Ihre Definition von Stress der des Unternehmens entspricht?
Wann beginnt für Sie der Stress? Wenn Sie lauter Dinge gleichzeitig
erledigen müssen oder wenn viele Leute um sie herum sind und
der Lärmpegel hoch ist oder wenn Sie immer unter Zeitdruck mit
knappen Terminen arbeiten müssen?
Sie sehen: Der Abgleich, was ein Unternehmen unter Stress versteht
und welche Form von Belastbarkeit, mit Ihrer eigenen Meinung
und Erfahrung ist unabdingbar. Und wird trotzdem meist nicht gemacht.
Schriftlich und im Gespräch: glaubwürdig und nachvollziehbar sein
Bringen Sie immer Beispiele und nähere Ausführungen, wenn Sie etwas
von sich behaupten! Dadurch zeigen Sie in der Bewerbung Profil und
Persönlichkeit und erhöhen so Ihre Chance, eingeladen zu werden.
Warum?
Erstens, weil achtzig von hundert Bewerbungen uniformierte Floskeln
enthalten. Sie haben die Wahl: Im Einheitsbrei untergehen oder sich
positiv hervor zu tun. Zweitens, weil nur so das Unternehmen herausfinden
kann, ob Sie mit Ihrem Profil reinpassen.
Ein Beispiel:
Da sucht ein Unternehmen jemanden, der eigenverantwortlich arbeitet?
Dann sagen Sie nicht nur, ich kann das, sondern verlieren Sie ein-zwei
Sätze mehr darüber:
Ich will nicht nur eigenverantwortlich arbeiten, sondern kann es
auch. In meiner früheren Position als Vertriebsleiterin habe ich nicht
nur meine Abteilung mit 25 Mitarbeitern selbständig geführt, sondern
war federführend in einem internationalen Redesign-Projekt.
Das sagt doch gleich viel mehr aus.
Analytische, genaue Mitarbeiter mit Liebe zum Detail gesucht
Hört sich ganz nach Ihnen an, was? Wie kommt es dann, dass Ihr Anschreiben
lieblos klingt und mit den üblichen Phrasen gefüllt ist? Wieso findet
sich hier ein Tippfehler und da eine schlechte Kopie? Die Mappe ist
offensichtlich mehrmals recycelt und hat schon bessere Tage gesehen?
Achten Sie also auch auf das Drumherum bei Ihrer Bewerbung. Sehr
viele Bewerber strafen ihre Worte schon mit ihrer Präsentation Lügen.
Kommt nicht gut.
Umgekehrt können Sie Ihre Worte auch positiv unterstreichen, ohne
das ausdrücklich zu sagen. Schon ein festeres Papier fällt positiv
auf und hinterlässt beim Personaler einen guten Eindruck.
Denken Sie bitte daran: Dass Sie Supermann sind, glaubt Ihnen sowieso
keiner. Also dann lieber ehrlich, aber optimal präsentieren. Denn
auch bei Ihrer Bewerbung gilt: Sie haben nur eine Chance, einen ersten
guten Eindruck zu machen.
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